Kilchoman

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Wer rauchige Whiskys mag und mit Ardbeg und Laphroaig nich überfordert ist, sollte sich unbedingt mal einen Kilchoman gönnen.

Auf der Hebriden Insel Islay liegt, nebst 8 weiteren, mit Kilchoman eine der jüngsten Brennereien Schottlands.

Die Kilchoman-Destillerie befindet sich im Nordwesten der Insel Islay und ist die einzige Destillerie der Insel, die nicht direkt am Meer liegt. Bis zur Gründung der Abhainn Dearg-Destillerie auf der Insel Lewis im Jahr 2008 war sie die westlichst gelegene Destillerie Schottlands. Zudem war sie zum Zeitpunkt ihrer Gründung im Jahr 2005 die erste neu gegründete Whiskybrennerei auf Islay seit 124 Jahren. Die Brennerei nahm ihre Produktion im Juni 2005 auf; das erste Fass wurde am 14. Dezember 2005 abgefüllt. Am 9. September 2009 – nach der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestreifezeit im Fass von drei Jahren – brachte die Brennerei ihren ersten Whisky, den so genannten Inaugural Release, auf den Markt. Die erste davon verkaufte Flasche erzielte bei einer Auktion einen Verkaufserlös in Höhe von 5400 Pfund. Auch die weiteren Flaschen des Inaugural Release erzielen unter Sammlern sehr hohe Preise.

Kilchoman ist eine von zurzeit nur sechs schottischen Whiskydestillerien, die die zur Herstellung von Single-Malt-Whisky benutzte Gerste (zu etwa 30 % und mit einem Phenolgehalt von etwa 25 ppm) selber mälzen. Zu diesem Zweck baut die Brennerei auf dem angeschlossenen Gelände der Rockside Farm eigens Gerste (und zwar Optic Barley) an, welche allerdings nur bei der Herstellung der sogenannten „100% Islay“-Whiskys der Destillerie Verwendung findet. Die für die „normalen“ Abfüllungen benutzte Gerste wird hingegen von der ebenfalls auf Islay gelegenen Port Ellen-Mälzerei des Getränke-Großkonzerns Diageo zugekauft, die sich auf dem Gelände der ehemaligen, 1983 bzw. 1992 geschlossenen Port Ellen-Destillerie befindet. Der Bedarf an gemälzter Gerste ist dabei jedoch vergleichsweise so gering, dass eine Herstellung anhand eigener Spezifikationen finanziell nicht lohnend wäre. Stattdessen bezieht die Destillerie Teile der für die (weltweit wohl torfigsten) Standardabfüllung von der Ardbeg-Brennerei gemälzten Gerste, so dass die Stärke der Rauchigkeit der zugekauften Gerste etwa 50 ppm an Phenolgehalt – doppelt so viel wie bei dem eigenen Malz – beträgt.

Bislang sind nur drei-, dreieinhalb- und seit 2012 fünfjährige (Machir Bay) Whiskys der Destillerie bzw. am Ort eine fünfjährige Cask-Strength-Variante erhältlich. Seit der Veröffentlichung des Inaugural Release kamen jedes Jahr vier weitere Abfüllungen im Abstand von jeweils drei Monaten auf den Markt (Spring, Summer, Autumn beziehungsweise Winter Release). Am 16. Juni 2011 brachte die Destillerie daneben erstmals Flaschen der „100% Islay“-Whisky-Reihe auf den Markt. Zukünftig ist noch die Einführung auch von fünf-, acht-, zehn- und zwölfjährigen Abfüllungen geplant. Verwendung finden für die Reifung hauptsächlich vormalige first fill und refill Bourbon-Fässer der Marke Buffalo Trace, wobei bei einigen der bisherigen Abfüllungen teilweise auch eine Nachreifung in Oloroso-Sherry-Fässern stattfand.

Mit einer Jahresproduktion von 220.000 Litern an reinem Alkohol handelt es sich bei Kilchoman um eine der kleineren aktiven schottischen Whisky-Destillerien.
Zur Website von Kilchoman.

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